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Das Märchen von der „Legende“
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„ ... so hat jede Religion zu jeder Zeit Erzählungen, Legenden abgesetzt, die erbaulich sind, aber nicht wahr, die dem Gemüte wohl tun, aber vor dem Verstande nicht bestehen.“
 
David Friedrich Strauß (1804-1874), dt. Philosoph und freigeistiger protest. Theologe
(Kleine Schriften VII: sechs theologisch-politische Volksreden, Bonn 1895, S. 29f. Zit. nach Karl Becker, DAVID FRIEDRICH STRAUSS in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 259)
 
Lesen wir einmal, was ein Altertumswissenschaftler zu den angeblichen Legenden der Bibel sagt. Fragen wir, was z.B. mit dem antiken Historiker Lukas ist, der das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte im Neuen Testament geschrieben hat.
Viele angebliche Widersprüche und Legendenbildungen im Neuen Testament sind auf mangelnde Informiertheit zurückzuführen. An dieser Stelle erwähnt sei Sir William Ramsay, Schüler der gegenüber dem Neuen Testament überaus kritisch eingestellten theologischen Schule der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und einer der berühmtesten Archäologen und Geographen. Er war felsenfest von seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Bibel überzeugt. Ramsay befasste sich dann mit der topographischen Erforschung Kleinasiens und in diesem Zusammenhang auch mit der der historischen Schriften von Lukas. Die Ergebnisse dieser Forschungstätigkeit veranlassten ihn zu einer radikalen Kehrtwendung seiner Ansichten und er bezeichnete z.B. Lukas als einen Historiker ersten Ranges, dessen Tatsachenmaterial glaubwürdig sei und der als Schriftsteller mit den größten Historikern in eine Reihe gestellt werden müsse.
So urteilt ein Altertumswissenschaftler, der im Gegensatz zu der bibelkritischen Theologenschule in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts, zu der auch David Friedrich Strauß zu zählen ist, Einblick in die historische, geographische und kulturelle Wirklichkeit im Palästina zur Zeit Jesu hat.