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Die Juden und Jesus
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„Nur der Gewöhnung an die evangelische Geschichte ist es zuzuschreiben, daß wir es nicht [...] schlechthin unbegreiflich finden, wie die Juden einen Mann, der Tausende mit wunderbar vermehrtem Brote gespeist, der in der Hauptstadt selbst einen blind Geborenen und einen seit 38 Jahren gelähmten Menschen geheilt, in deren nächster Nähe aber einen seit 4 Tagen beigesetzten Toten erweckt hatte, verwerfen und kreuzigen lassen konnten.“
 
David Friedrich Strauß (1804-1874), dt. Philosoph und freigeistiger protest. Theologe
(Streitschriften I, 1838, S. 51. Zit. nach Karl Becker, DAVID FRIEDRICH STRAUSS in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 259)
 
Es ist tatsächlich schwer zu begreifen aber das Schicksal Jesu ist schon im Alten Testament prophezeit worden (s. zB.: Jesaja, Kapitel 53).
Gerade Jesus zieht ja eine Parallele von seinem selbst vorausgeschauten Schicksal zu der Tötung von Gottes Propheten zu Zeiten des Alten Testaments (Matthäus 23, 37ff).
Von Beginn der Wirksamkeit Jesu an sehen wir die gespaltene Haltung der Juden, dass die einen ihn aufgrund seiner Wundertaten für den Messias halten und dass die Pharisäer ihre Führungsrolle im Volk angegriffen sehen und ihn beseitigen wollen.
Aber lesen wir, was Philip Yancey zu diesem Problem zu sagen hat (s. „Der unbekannte Jesus“, Wuppertal“ 2003, S. 211):
„Die gesamte jüdische Nation für den Tod Jesu verantwortlich zu machen, gehört zu den größten Verleumdungen der Geschichte. Niemand käme auf die Idee, das heutige Italien für etwas zur Rechenschaft zu ziehen, was seine Vorfahren vor fast zweitausend Jahren begangen haben. Joseph Klausner zufolge trugen die Juden als Volk an dem Tod Jesu weniger Schuld als das Volk der Griechen am Tod des Sokrates ... In den vergangenen Jahrhunderten hat man jedoch die Juden immer wieder für den Tod Jesu, der selbst ein Jude war, verantwortlich gemacht ... Und dies ungeachtet der Tatsache, dass Jesus gesagt hat, er sei für die » verlorenen Schafe Israels« gekommen, und ungeachtet der Tatsache, dass fast alle frühen Christen Juden waren.“
Es ist also keineswegs so, dass „die Juden“ Jesus abgelehnt haben. Es waren Juden, die Aufgrund der Auferstehung Jesu von den Toten die erste christliche Gemeinde gründeten.