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Wissenschaft verherrlicht Gott
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„Sobald hingegen Astronomie, Naturwissenschaft, Geologie, Geschichte, Länder- und Völkerkunde ihr Licht allgemein verbreiten und endlich gar die Philosophie zum Worte kommen darf; da muß jeder auf Wunder und Offenbarung gestützter Glaube untergehen....."
 
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph
(Parerga und Paralipomena, II, Kapitel 15: Ueber Religion, § 174: Ein Dialog, 366-367. Zit. nach Joseph Welter, ARTHUR SCHOPENHAUER in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 171)
 
Was die Philosophie betrifft, so handelt es sich um eine Problemwissenschaft, die geisteswissenschaftliche Probleme diskutiert, ohne Handlungsanleitung für soziale Aufgaben geben zu wollen. Demgegenüber bietet der Glaube an Gott z.B. mit den Zehn Geboten vor tausenden Jahren wie heute eine konkrete Anleitung zum Leben, die von Millionen von Menschen angewendet wird.
Die Naturwissenschaften nun hat Schopenhauer in ihrer Erkenntnisfähigkeit überschätzt. Der Traum von der exakten und vollständigen Erklärung der Welt ist schon seit dem Aufkommen der Quantentheorie ausgeträumt. Aber auch die von Schopenhauer angeführte Astronomie gerät an ihre Grenzen. Der Kieler Astrophysiker V. Weidemann erklärt folgendes: „Der Kosmologie liegen mehr philosophische Annahmen zugrunde als allen anderen Zweigen der Naturwissenschaft. Wenn wir andererseits gezwungen sind, die Grenzen dessen zurückzunehmen, was Wissenschaft genannt werden kann, und nicht hoffen können, fundamentale Fragen der Kosmologie wissenschaftlich zu beantworten, dann müssen wir zugeben, dass das Universum von Grund auf unverstehbar ist. Die Wissenschaft muss sich damit abfinden, dass es Fragen gibt, die nicht beantwortbar sind.“
Der große englische Chemiker Robert Boyle hielt von der These, dass die Wissenschaft den Glauben widerlegen und zurückdrängen könnte, gar nichts. Er vertrat die Meinung, dass die Naturwissenschaften mehr als alle anderen Gott durch ihre Arbeit verherrlichen, weil sie die Möglichkeit haben, Gottes Schöpfung zu ergründen.
150 Jahre nach Schopenhauer sind die Naturwissenschaften jedenfalls in Bezug auf die angebliche Überlegenheit ihrer Erkenntnisfähigkeit gegenüber dem Glauben wesentlich realistischer geworden.