Keine Unterdrückung
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„Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse ...“
 
Karl Marx (1818-1883), Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus
(Der Kommunismus des Rheinischen Beobachters, Karl Marx, Friedrich Engels, Werke, Berlin 1956ff, Bd. 4, S. 200. Zit. nach Walther Müller-Jentsch, KARL MARX in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 308f)
 
Man muss Marx zugute halten, dass er von einigen Entwicklungen der Weltgeschichte noch nichts wissen konnte, die sich vom 19. Jahrhundert bis heute vollzogen haben.
Es hat kein System gegeben, in dem in jeder Hinsicht menschenwürdige Verhältnisse geherrscht hätten. Auch nicht und erst recht nicht im sozialistischen, auf das er so große Hoffnungen setzte.
In Gesellschaftsformationen, die vom Menschen bestimmt werden, wird der Mensch immer des Menschen Feind sein. Dies wird sich erst dann ändern, wenn Jesus zurückkehrt und eine neue Erde schaffen wird.
Jesus hat deshalb nicht den Fehler begangen, die Menschen auf eine neue, gerechtere Gesellschaftsordnung zu orientieren, denn in jeder Gesellschaftsordnung, ob alt oder neu, wird der Mensch den Menschen unterdrücken.
Nur der Geist Gottes kann Abhilfe schaffen. Er vermittelt uns die Liebe Jesu, durch die wir unsere zwischenmenschlichen Beziehungen positiv gestalten können. Von diesen Grundbedingungen des irdischen Lebens wollte Jesus die Menschen natürlich nicht ablenken.
Was Marx allerdings wissen musste, wenn er die Bibel gelesen hat – und das musste er wohl tun, um über den christlichen Glauben mitreden zu können – ist, dass die Bibel keineswegs die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse predigt und dass eine solche Vorstellung auch nicht zum christlichen Glauben gehört.
Jesus sagte seinen Jüngern, als diese um die Rangordnung stritten:

„Die Könige herrschen über die Völker wie Tyrannen, und die Machthaber unterdrücken, wen sie können. Aber gerade so darf es bei euch nicht sein.“
(Matthäus 20, 25-26)

Daraus folgt aber auch, dass sich jemand nicht auf den christlichen Glauben berufen kann, wenn er gesellschaftliche Unterdrückung praktiziert. Schade, dass so manche Machthaber während der Geschichte der Menschheit den Namen Jesu Christi missbraucht haben.