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„Wenn man also fragt, was man an die Stelle der Religion setzen könnte, so werde ich antworten: eine vernünftige Moral, eine rechtschaffene Erziehung, vorteilhafte Gewohnheiten, evidente Prinzipien und weise Gesetze, die auch die Bösen beeindrucken, sowie Belohnungen, die zur Tugend auffordern.“
 
Paul Holbach (1723-1789), deutscher Philosoph der französischen Aufklärung
(Briefe an Eugénie, (Ost-) Berlin 1959, S. 245. Zit. nach Egbert Hoehl, PAUL THIRY D´HOLBACH in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 137)
 
Was will Holbach an die Stelle der Religion setzen?
Eine noch so vernünftige Moral wird immer ungerechte Verhältnisse schaffen, unter denen ein Teil der Menschen den anderen ausbeutet. Die Geschichte der Menschheit seit der Aufklärung, also seitdem Holbach diese These aufgestellt hat (18. Jahrhundert), ist nicht nur die Geschichte des Versagens der menschlichen Vernunft sondern auch der Moral, die erstere geschaffen hat. Über 200 Jahre ist es her, dass Holbach eine vernünftige Moral postuliert hat, und es sterben immer noch jeden Tag 2000 Menschen an Hunger.
Jede, wenn noch so rechtschaffene Erziehung wird dem jungen Menschen seine Überlegenheit über andere eintrichtern; denn wer es in der Welt nicht schafft, andere auszubeuten, der wird selbst ausgebeutet werden, dessen Erziehung hat nach menschlichen Maßstäben versagt.
Das Grundübel der menschlichen Moral ist es, dass sie vertuschen soll, dass jeder Mensch aus Eigennutz auf Kosten anderer Menschen leben und sie übervorteilen will. Blicken wir der menschlichen Moral ins Gesicht so erkennen wir, dass sie die Mitmenschen wie Feinde behandelt, die übervorteilt und ausgenutzt werden müssen. Wir in den Industrieländern leben z.B. auf Kosten der Menschen in der sog. Dritten Welt, die wir wie Feinde behandeln – wem anderes als einem Feind mutet man es zu, dass er verhungert?
Hier kommt Jesus zum Zug, der sagt:

„Liebe deinen Mitmenschen, so wie du dich selber liebst!“ (Matthäus 22, 39)

Die Liebe Jesu ist in der Lage, uns aus unserem Vorteilsdenken herauszureißen und auf der Erde Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen. Er befähigt uns zur Liebe und dazu, die Verlogenheit der menschlichen Moral zu durchschauen.