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Die Philosophen abgefertigt
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„Kampf der Philosophen gegen die Religion – zerstören die heidnische, aber eine neue, die christliche, steigt hervor, auch diese ist bald abgefertigt ...“
 
Heinrich Heine (1797-1856), dt. Dichter und Journalist
(Heinrich Heine, Werke und Briefe. 10 Bde., (Ost-) Berlin o. J., VII, S. 381. Zit. nach Wolfgang Beutin, HEINRICH HEINE in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 212)
 
Der christliche Glaube soll also von den Philosophen abgefertigt werden. Vor mehr als 150 Jahren schrieb Heine diese Voraussage nieder. Aber bis heute sehe ich sie nicht erfüllt.
Nehmen wir den Philosophen Voltaire, genannt der Spötter, als Beispiel. Er ist 1778 gestorben und hatte behauptet, dass das Christentum hundert Jahre nach seinem Tod nur noch im Museum existieren werde. In diesem Zusammenhang ist die Tatsache interessant, dass schon 50 Jahre nach seinem Ableben die Genfer Bibelgesellschaft Voltaires Druckerpresse und dessen Haus benutzte, um die Bibel in großen Mengen herzustellen.
Was Heinrich Heine betrifft, so hat er seine Einstellung gegenüber der Philosophie einerseits und dem Christentum andererseits später geändert. Ja, er ist sogar zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Wie sich seine Einschätzung der Philosophie veränderte, belegt folgendes Heine-Zitat:

„Sonderbar! Nachdem ich mein ganzes Leben hindurch mich auf allen Tanzböden der Philosophie herumgetrieben, allen Orgien des Geistes mich hingegeben, mit allen möglichen Systemen gebuhlt – ohne Befriedigung - , finde ich mich plötzlich auf demselben Standpunkt, auf dem auch der „Onkel Tom“ steht, auf dem der Bibel. Welche Demütigung! Mit all meiner Wissenschaft habe ich es nicht weiter gebracht, als der arme unwissende Neger, der kaum buchstabieren gelernt hatte.“