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Arm vor Gott
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„Schon hier auf Erden möchte ich, durch die Segnungen freier politischer und industrieller Institutionen, jene Seligkeit etablieren, die, nach der Meinung der Frommen, erst am Jüngsten Tage, im Himmel, stattfinden soll.“
 
Heinrich Heine (1797-1856), dt. Dichter und Journalist
(Heinrich Heine, Werke und Briefe. 10 Bde., (Ost-) Berlin o. J., V, S. 180f. Zit. nach Wolfgang Beutin, HEINRICH HEINE in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 213)
 
Heine spricht von der Seligkeit der Menschen. Das erinnert mich an die Bergpredigt Jesu, in der von Menschen die Rede ist, die glückselig, also glücklich sind. Es heißt dort z.B.:

„Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn Gottes Herrschaft und Herrlichkeit gehört ihnen.“ (Matthäus 5, 3)

Wir sind arm vor Gott – da muss man erst einmal schlucken. Heine ist offensichtlich anderer Meinung, denn er will, dass die Menschen durch eigene Kraft Glück bzw. Seligkeit erlangen. Ich denke da z.B. an die Industriedome der Industrialisierungsepoche, durch deren Errichtung ausgedrückt werden sollte, dass durch die Kraft menschlicher Arbeit und die Macht des Kapitals herrlichere Gebäude errichtet werden können, als die Kirchen und Dome, die von der Macht und Herrlichkeit Gottes künden sollen. Die Menschen selig machen – das ist weder unter kapitalistischer noch sozialistischer Herrschaft gelungen. Mit welch einem Desaster hat z.B. der Sozialismus geendet! Wie viele Menschen sind in seinem Herrschaftsbereich unschuldig getötet und gequält worden? Wenn man sich diese Irrungen und Wirrungen der Menschheitsgeschichte ansieht, kann man Jesus nur zustimmen: Wir sind arm vor Gott.