Atheisten > Heinrich Heine
Von der Erde in den Himmel
Weitere Texte:
Heinrich Heine
Pro2-HeineVernichtung-88
Pro2-HeineSozialist-87
Pro2-HeineSegnung-92
Pro2-HeineKampf-93
Pro2-HeineKampf-89
Pro2-HeineHimmel-90
Pro2-HeineFortschritt-91
Pro2-HeineHimmel-90
„Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.“
 
Heinrich Heine (1797-1856), dt. Dichter und Journalist
(Heinrich Heine, Werke und Briefe. 10 Bde., (Ost-) Berlin o. J., I, S. 436. Zit. nach Wolfgang Beutin, HEINRICH HEINE in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 212)
 
Wer ein Himmelreich errichten will, muss ein Gott sein.
Heinrich Heine muss sich im Überschwang seiner atheistischen Gefühle in etwa so empfunden haben; denn am Ende seines Lebens schrieb er:

„Ich bin froh, meiner angemaßten Herrlichkeit entledigt zu sein, und kein Philosoph wird mir jemals wieder einreden können, dass ich Gott sei. Ich bin nur ein armer Mensch, der obendrein nicht mehr gesund, sondern krank ist. In diesem Zustand ist es mir eine wahre Wohltat, zu wissen, dass es einen Christus im Himmel gibt, dem ich ständig meine Leiden vorklagen kann. In solchen Stunden bin ich nicht allein, ich kann beten und flehen, soviel ich will, ohne mich zu genieren, und ich kann mein Herz ausschütten vor dem Allerhöchsten und ihm manches anvertrauen, was ich niemandem sagen würde.“

In dem Lebensabschnitt, der zwischen diesen beiden Äußerungen lag, hatte Heinrich Heine wohl die Erfahrung gemacht, dass auf Erden nicht das Himmelreich errichtet werden kann, sondern dass man sich das Ziel setzen muss, das Leid in Grenzen zu halten – die zahllosen Kriege und Hungersnöte auf der Welt beweisen dies. Auf wen könnte man bei diesem Unterfangen besser setzen als auf Jesus Christus, der unsere Krankheit, unser Leid auf sich geladen hat, um uns das Heil zu bringen, indem er uns durch seinen Tod am Kreuz die Chance gibt, all unsere Schuld auf ihn zu laden. Wer an ihn glaubt, dem ist sie erlassen.
Als gottesferner Mensch verband Heine das Himmelreich mit irdischem Sieg durch menschliche Stärke, als gläubig Gewordener hat er die Chance ergriffen, sein Leid durch Jesus Christus überwinden zu lassen.