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„Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.“
 
Friedrich Hebbel (1813-1863), dt. Dramatiker des Realismus
(Friedrich Hebbel, Werke, hrsg. v. G. Fricke, W. Keller und K. Pörnbacher, München 1963, Bd. IV, 3667. Zit. nach Klaus Ahlheim, FRIEDRICH HEBBEL in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 279)
 
Wenn Hebbel von Regierungen spricht, die blinden Glauben fordern, muss man berücksichtigen, dass er (geb. 1813, gest. 1863) in einer Zeit lebte, in der die monarchistischen Machtgebilde in einem längeren Prozess überwunden und die ersten demokratischen bürgerlichen Regierungen gegründet wurden.
Kann man in diesem Zusammenhang Gott mit den damaligen Regierungen in eine Reihe stellen?
In der Bibel lesen wie: „Es entspricht dem Willen des Herrn, wenn ihr euch den staatlichen Ordnungen und Gesetzen fügt.“ (1. Petrus 2, 13) Damit ist gemeint, dass man nach den Gesetzen leben und anderen Menschen nicht schaden soll.
Jesus sagte zu seinen Nachfolgern:

„Die Könige herrschen über die Völker wie Tyrannen, und die Machthaber unterdrücken, wen sie können. Aber gerade so darf es bei euch nicht sein.“ (Matthäus 20, 25-26)

Jesus appelliert hiermit an das Verantwortungsbewusstsein der Christen, das nicht nur den Widerstand gegen die Tyrannei sondern auch den Widerstand gegen die Gewalt des Bösen unter aufopferndem Verhalten fordert.
So widerstanden im III. Reich auch Christen der barbarischen Diktatur der Nationalsozialisten. Erinnert sei hier an Dietrich Bonhoeffer, der nach 1933 Vorkämpfer in der Bekennenden Kirche war, sich dem Widerstand gegen Hitler anschloss und im KZ hingerichtet wurde. Oder an Friedrich von Bodelschwingh, der als Leiter seiner Heilstätte für Epileptiker und Geisteskranke in Bethel seine Schützlinge vor der Euthanasie bewahrte.
Die christliche Lehre fordert nicht blinden Glauben gegenüber der Staatsgewalt sondern den engagierten Einsatz im Sinne der Nächsten- und Feindesliebe.