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Sünde und Vergebung
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„Ich glaube nicht an einen guten Hausvater über den Sternen, der, zu ohnmächtig, die Wunden seiner lieben Kinder zu verhüten, doch allmächtig genug ist, sie alle zu heilen[...]“
 
Friedrich Hebbel (1813-1863), dt. Dramatiker des Realismus
(Friedrich Hebbel, Werke, hrsg. v. G. Fricke, W. Keller und K. Pörnbacher, München 1963, Bd. IV, 2932. Zit. nach Klaus Ahlheim, FRIEDRICH HEBBEL in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 283)
 
Diese Äußerung Hebbels berührt die Frage warum Gott, der ja allmächtig ist, es nicht verhindert, dass Menschen anderen Leid zufügen? Und was macht es dann noch für einen Sinn, so könnte seine Frage weiter lauten, wenn Gott nachträglich wieder alles in Ordnung bringt?
Wir sündigen, weil uns Gott die Freiheit gegeben hat, uns für oder gegen ihn zu entscheiden und weil wir uns gegen ihn, für die Sünde entschieden haben.
Gott hat uns nicht wie ein instinktgeleitetes Tier geschaffen sondern als Menschen, die sich bewusst für ihn und seine Liebe entscheiden können.
Gott ist jederzeit bereit, uns wieder als Gläubige anzunehmen und unsere Wunden zu heilen.
Hebbel lehnt als Atheist Gott ab. Was würde er erst sagen, wenn Gott ihn zwingen würde das Böse zu lassen und statt dessen Gutes zu tun? Er würde gegen den auferlegten Zwang vehement protestieren.
Gott wusste, dass wir alle in einem solchen Fall wie Hebbel reagieren würden. Aber er möchte nicht, dass wir etwas tun, zu dem uns sowieso keine Alternative offen steht sondern er möchte, dass wir aus Liebe zu ihm das Gute tun – denn Gott liebt uns ebenfalls.
Ein solches Verhältnis der Liebe verträgt keinen Zwang. Deshalb hat Gott uns so geschaffen, dass uns die freie Entscheidung offen steht, uns für oder gegen ihn, für oder gegen das Gute zu entscheiden. Und darin eingeschlossen ist eben die Möglichkeit, dass wir anderen Menschen Leid zufügen, indem wir sündigen.
Und wie gesagt: Gott ist jederzeit bereit, uns wieder als Gläubige anzunehmen und unsere Wunden zu heilen.