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„Gott ist der den Mangel an Theorie ersetzende Begriff ... die Nacht der Theorie ... ist die Mutter der Religion.“
 
Ludwig Feuerbach (1804-1872), dt. materialistischer Philosoph
(Ludwig Feuerbachs sämtliche Werke. Neu hrsg. v. Wilhelm Bolin und Friedrich Jodl, Stuttgart 1903/1911, Bd. VI, S. 233. Zit. nach Wolfgang Beutin, LUDWIG FEUERBACH in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S, 242)
 
Ist es Feuerbach vielleicht schon einmal so ergangen, dass er als Wissenschaftler verzweifelt die Erkenntnis gesucht aber die „Nacht der Theorie“ erlebt hat? Geht es uns Christen, die wir keine graue Theorie vertreten, da besser?
Für die Richtigkeit der Bibel spricht, dass wir sie z.T. in den Legenden der Israel benachbarten Völker wiederfinden. Dies trifft z.B. auf den Bericht über die Sintflut zu. Wenn dieses Ereignis noch in den Erinnerungen der Völker wach ist, dann kann es nicht erfunden worden sein.
Aber wenn Feuerbach auch die „Nacht der Theorie“ beklagt, so hält er die Gotteserkenntnis trotzdem für falsch und es gibt eben auch Wissenschaftler, die den Wahrheitsgehalt der Bibel anzweifeln.
Wenn es um Geschehnisse geht, die über das menschlich Begreifliche hinausgehen, wie z.B. die Wunder Jesu, dann kann wissenschaftliche Theorie zur Beurteilung allerdings nicht herangezogen werden, weil die Naturwissenschaften hierüber keine Aussagen machen können. Wo Gott in Aktion tritt, versagt menschliche Theorie, dort beginnt die „Nacht der Theorie“.
Die Methode der Naturwissenschaftler besteht darin, dass sie Daten sammeln und Gesetzmäßigkeiten aus diesem Datenmaterial herausarbeiten. Sie schaffen damit ein Modell des Naturgeschehens. Es handelt sich bei diesem Modell um Aussagen über die Wirklichkeit von Raum, Zeit und Materie.
Die Bibel macht nun Aussagen über die Wirklichkeiten, die den Kategorien von Raum, Zeit und Materie nicht angehören. Über solche Wirklichkeiten kann der Naturwissenschaftler im Rahmen seiner Methodik keine Aussagen machen. Er kann mithin auch nichts widerlegen.
Wenn der Apostel Paulus z.B. berichtet, dass er in den dritten Himmel entrückt worden ist (2. Korinther 12, 2), so kann der Naturwissenschaftler den Bericht des Paulus weder beweisen noch widerlegen. Hier sind wir auf unsere Glaubenserfahrungen angewiesen.
Gott kann man weder beweisen noch widerlegen. Aber wer an ihn glaubt, der wird ihn in seinem Leben als Handelnden erkennen. Es gibt eben nicht nur wissenschaftliche sondern auch Glaubenserkenntnis.