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Im Glauben wachsen
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„Das Wesen des Glaubens [...] ist, dass das ist, was der Mensch wünscht [...]“
 
Ludwig Feuerbach (1804-1872), dt. materialistischer Philosoph
(Ludwig Feuerbachs sämtliche Werke. Neu hrsg. v. Wilhelm Bolin und Friedrich Jodl, Stuttgart 1903/1911, Bd. VI, S. 154. Zit. nach Wolfgang Beutin, LUDWIG FEUERBACH in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 240)
 
Wer der Meinung ist, dass man in Gott einfach seine Wunschvorstellungen hineinlegen kann, dem fehlt es an der Praxis, nämlich der Glaubenspraxis. Der Glaube gründet sich auf die Erfahrungen, die der Mensch, der zur Begegnung mit Gott bereit ist, mit ihm macht.
Die Bibel sagt von Gott, er wohne in einem unzugänglichen Licht (1. Ti 6, 16) und seine Gedanken seien nicht unsere Gedanken (Jes. 55, 8). Daraus kann man schließen, dass Gott eine Person ist. Denn nur eine Person kann wohnen und Gedanken haben. Das heißt, Gott ist nicht passiv wie ein Götze. Er macht sich uns bekannt wie eine Person, die mit uns Umgang haben möchte. Und dieses Kennenlernen der Person Gottes geschieht, wenn wir zu ihm beten, wenn wir die Bibel lesen und wenn wir versuchen nach seinem Willen zu leben. Gott macht sich mit uns auf vielerlei Weise bekannt: indem er uns z.B. einen Bibelvers wichtig macht, indem er sich uns über unsere Gedanken mitteilt (Eingebung), indem er zu uns durch die Worte anderer Menschen spricht.
Das Wesen des Glaubens besteht also darin, dass man Gott durch die Begegnung mit ihm, z.B. durch das Gebet oder das Lesen der Bibel, kennenlernt, dass man mit ihm über seine Probleme spricht, ihn bittet, einem in bestimmten Lebenslagen zu helfen und in dieser Glaubensbeziehung wächst.
Das bedeutet letztendlich, dass nicht der Glaubende in Gott hineinlegt, was ihm gefällt, sondern dass Gott in uns, in unser Leben hineinlegt, was wir brauchen. Gott ist kein Produkt unserer Phantasie sondern real und er hilft und beschenkt uns. Durch das Erleben dieser Taten Gottes wächst unsere Erfahrung mit ihm und damit der Glaube an ihn.