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„Der Glaube geht nothwendig in Hass, der Hass in Verfolgung über, wo die Macht des Glaubens keinen Widerstand findet, sich nicht bricht an einer dem Glauben fremden Macht, an der Macht der Liebe, der Humanität, des Rechtsgefühls.“
 
Ludwig Feuerbach (1804-1872), dt. materialistischer Philosoph
(Ludwig Feuerbachs sämtliche Werke. Neu hrsg. v. Wilhelm Bolin und Friedrich Jodl, Stuttgart 1903/1911, Bd. VI, S, 313. Zit. nach Wolfgang Beutin, LUDWIG FEUERBACH in Karlheinz Deschner (Hg.), Das Christentum im Urteil seiner Gegner, Verlag Max Huber 1986, S. 245)
 
Die urchristliche Gemeinde ist in Jerusalem nicht verfolgt worden, weil sie Macht auf andere Menschen ausübte sondern weil sich mit ihr der christliche Glaube ausbreitete, was die religiösen Machthaber nicht dulden wollten.
Die Christen wurden in den sozialistischen Ländern nicht verfolgt, weil sie den Kommunisten die Macht rauben wollten sondern weil die Machthaber im Glauben und in der christlichen Nächstenliebe eine Gefahr für ihr Unrechtsregime sahen.
Die christliche Gemeinde im Römischen Reich ist nicht verfolgt worden, weil sie Macht auf andere Menschen ausübte, sondern sich nicht den heidnischen Religionen anpasste und ihrem Glauben treu blieb.
Erst als die Herrschenden in Rom erkannten, dass die christlichen Gemeinden weder durch Religionsvermischung aufzulösen noch auch durch brutalste Verfolgung zu zerstören waren gingen sie dazu über, die Christen an der Macht zu beteiligen. Hier endet aber die Glaubensgeschichte der urchristlichen Gemeinde und beginnt die von Jesus verurteilte Machtpolitik der neu entstehenden Kirche.
Jesus sagte zu seinen Nachfolgern:

 „Die Könige herrschen über die Völker wie Tyrannen, und die Machthaber unterdrücken, wen sie können. Aber gerade so darf es bei euch nicht sein. Wer groß sein will, der soll den anderen dienen ...“ (Matthäus 20, 25-26).

Anerkennung des christlichen Glaubens in Rom bedeutete Beteiligung von Leuten des christlichen Establishments an der politischen Macht. Dies diente dem Ziel, das römische Reich insgesamt zu stabilisieren.
Die Geburt der katholischen Kirche war kein Sieg der Liebe Jesu sondern die Etablierung eines politischen Machtfaktors, der durch eine religiöse Fassade getarnt wurde.
Der Glaube an Gott wurde durch diesen politischen Schachzug nicht gestärkt sondern diskreditiert. Feuerbachs Aussage hat das Thema verfehlt.